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Es kann jeden von uns treffen 

Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen,
der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang
und von Ewigkeit her gewesen ist. (Micha 5,1)



Blick auf Bethlehem

Am Lagerfeuer sitzen die Hirten in der Nähe von Bethlehem und lassen ihren Tag im Gespräch ausklingen. Es sind einfache Menschen, Malocher würden man sie im Ruhrgebiet nennen. Es ist dunkel um sie her, das Holz knistert, sie warten auf die Nachtruhe und einen neuen Tag. Hirtenroutine!

In der kleinen Stadt mit ihren einigen hundert Einwohnern sind die etwas wohlhabenderen Menschen in ihren Häusern. Das sonst wohl eher verschlafene Bethlehem ist durch eine von den römischen Besatzern befohlene Volkszählung proppevoll. Auch Joseph und seine schwangere Frau Maria kommen und finden doch keinen Platz außer einem Stall. 

Die wenigsten ahnen, welche Bedeutung dieser Abend vor 2000 Jahren für die Menschheit   haben würde. Und so geschieht das Eigentliche ganz verborgen und im Nachhinein überraschend. Wie so häufig im Leben!

Sicherlich haben wir manche idyllische Vorstellung in die knappe Darstellung der Ereignisse um die Geburt Jesu hineininterpretiert. Doch eines ist sicher: Bethlehem verewigt sich  spätestens mit der Geburt Jesu in der Weltgeschichte: Ca. 8 km südlich von Jerusalem und 777 m über dem Meeresspiegel liegt die kleine Stadt auf einem Bergrücken. Bekannt war der Ort als Heimat des großen König David, der hier auch von Samuel für sein Amt gesalbt wurde. Außerdem hat Jakob an dieser Stelle seiner Frau Rahel eine Begräbnisstätte gebaut. Was mit der Hausgeburt Jesu geschieht, reiht sich also in einen historischen Kontext ein.

Und nun wird definitiv Weltgeschichte geschrieben: Gottes Sohn wird in der Provinz geboren und plötzlich wird aus dem kleinen Ort eine historische Weltstadt. Gott scheint es zu lieben, aus dem Kleinen heraus zu wirken. Im Verborgenen wächst Neues. Im Schwachen entsteht dynamisches und gewaltig Ermutigendes: Gott wird Mensch. Er zeigt damit, dass wir Menschen ihm wichtig sind. Sein Urgedanke ist nicht Herrschaft über die Welt, sondern Gemeinschaft mit seinen Kindern. 

Deshalb gehören die armen Hirten auf dem Felde genauso wie die Weisen aus dem Morgenland unbedingt zur Weihnachtsgeschichte dazu. Sie repräsentieren Gottes Wille,   zu allen Menschen zu kommen. Dass er mit der Stadt Bethlehem eine bisher eher unbedeutende Stadt für die Geburt seines Sohnes ausgesucht hat, macht deutlich: Es kann jederzeit und an allen Orten jeden von uns treffen.

In der Adventszeit wünsche ich allen Leserinnen und Lesern Offenheit für Überraschungen. 

Gott ist uns immer näher als wir denken.

Ihr
Pfarrer Christian Uhlstein

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letzte Aktualisierung dieser Seite: 10-05-09
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