Feier im Morgengrauen:
Zur Taufe in der Ruhr
gehört ein Neopren-Anzug
(www.ruhrnachrichten.de vom 25.04.2011)
Am Ufer der Ruhr gab es im Morgengrauen
des Ostersonntages einen ganz besonderen Gottesdienst. Ganz nach dem
biblischen Vorbild von Johannes dem Täufer ließen sich Luna (13) und
Charlotte (22) von Pfarrerin Heike Oberwelland im fließenden Wasser der
Ruhr taufen.

Pfarrerin Heike Oberwelland tauft die
22-jährige Charlotte
am Ostermorgen in der Ruhr. (Foto: Barbara Zabka)
Am Bootsanleger des Kanuclubs
hatte sich eine kleine Gemeinde zum Osterfrühgottesdienst versammelt.
Vom Steinhügel läuteten die Kirchenglocken ins Ruhrtal. Beide Täuflinge
gehören zur Trinitatis-Gemeinde und standen in ihren weißen
Taufkleidern am Ruhrufer. Mit dem Osterlicht in den Händen lauschten
sie den Worten der Pfarrerin.
Bibbern nach der Taufe
Die trug unter dem Talar einen wasserdichten Neopren-Anzug. Mit beiden Täuflingen
stieg sie in den Fluss, träufelte ihnen Wasser auf den Kopf und drückte
sie kurz ganz unter Wasser. Auch die Täuflinge trugen Neopren-Anzüge
unter dem Taufkleid. Eingewickelt in dicke Tücher bibberten sie
trotzdem heftig nach der Taufe.
"Wasser spendet Leben"
Pfarrerin Heike Oberwelland hat diesen Brauch vor zehn Jahren mit nach
Heven gebracht. „Diese Freiluft-Taufe im fließenden Gewässer ist wie
in biblischen Zeiten und der Überlieferung sehr nahe. Wasser ist etwas
Lebendiges und spendet überall auf der Welt Leben“, erklärte sie.
Die Taufe in der Ruhr findet regelmäßig am Morgen des Ostersonntags
statt. „Bei Sonnenaufgang beginnt das eigentliche Osterfest, als die
Frauen das leere Grab vorfanden“, so die Pfarrerin weiter.
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